Historie - Gelände
Was einmal war: RAW Franz Stenzer
1867
01. Oktober: Inbetriebnahme der neuen „Königlich Preußischen Eisenbahnwerkstatt Berlin II“. Es werden Loks und Tender, Personen-, Post- und Gepäckwagen instand gesetzt.
1870 bis 80
Die Zahl der Arbeiter wächst auf 600.
1882
Eröffnung der Berliner Stadtbahn. Entwicklung eines regen Nahverkehrs, dadurch Vergrößerung der Werkstattanlagen.
1895
Die Beschäftigungszahl steigt auf 1200 Arbeiter.
1898
Ausweitung der Werkstatt. Einführung der Gasbeleuchtung, Anschluss an das städtische Wasserleitungsnetz und Anwendung der Elektrizität und anderer technischer Fortschritte verändern das Werk in vielerlei Beziehung.
nach 1900
Der Rundschuppen an der Warschauer Brücke kann 12 Loks mit Tendern aufnehmen. In Halle 1 werden Tenderloks repariert. Lokkessel und Schlepptender werden in einer Halle (heutiger Kultursaal) untersucht. In Halle 2 sind Arbeitsplätze für fünf D-Zug-Wagen eingerichtet. Halle III ist ein nach allen Seiten offener Schuppen.
1914-18
Mit Ausbruch des Ersten Weltkrieges werden die in der „Königlich Preußischen Hauptwerkstatt II“ zu reparierenden Wagen kriegsmäßig ausgerüstet. Der Arbeitskräftemangel führt dazu, dass 1917 die ersten Frauen eingestellt werden. Gearbeitet wird bei einem Stundenlohn von 28 Pfennig.
1920
1. April: Gründung der Deutschen Reichsbahn. Umbenennung des Werkes in „Reichsbahnausbesserungswerk Berlin Revaler Straße“.
1931
Die Deutsche Reichsbahn wird mit ausländischem Kapital in “Deutsche Reichsbahngesellschaft” umbenannt.
1933-39
In diesen Jahren verschlechtert sich das Leben auf vielen Gebieten. Die Arbeitszeit beträgt 10 Stunden. Arbeitskräftelücken werden durch dienstverpflichtete Frauen geschlossen.
1939
Nach Ausbruch des 2. Weltkrieges muss die Produktion unter völlig neuen, erschwerten Bedingungen erfolgen. Der Krieg fordert immer mehr Menschen für die Front. Als Ersatz kommen zwangsverpflichtete Zivilarbeiter aus den besetzten Gebieten. Im Februar 1944 werden bei einem schweren Luftangriff der Alliierten große Teile des Werkes getroffen. 80% der Werksanlagen werden zerstört.
1945
Sowjetische Truppen besetzen das R.A.W. und übernehmen die Leitung des Aufbaus des Werkes. Der eingesetzte deutsche Werkleiter beginnt mit ca. 50 Werkstätteneisenbahnern Aufräumungs- und Produktionsarbeiten. Für den Transport von Lebensmitteln in die UDSSR werden Güterwagen bereitgestellt. Es sind 1380 Arbeitskräfte tätig. In der Ausbildung befinden sich 100 Lehrlinge.
1951
Gründung der BSG Lok Mitte mit 9 Sektionen. Träger ist das R.A.W.- Berlin. Erster Patenschaftsvertrag mit der Landwirtschaft. Erstausgabe der Betriebszeitung “Unser Sprachrohr”.
1952
Abschluß des ersten “Betriebskollektivvertrages (BKV)”
1953
Im R.A.W. wird am 17. Juni gestreikt
1954
Am 1. August wird die Massenbedarfsgüterproduktion aufgenommen: Kinderbetten, Hämmer, Spachtel und anderes. Übernahme der Kühlmaschinenzüge zur Aufarbeitung.
1956
Vereinigung von Lehrwerkstatt und Berufssschule. Einführung des polytechnischen Unterrichts.
1957
Einführung der 45-Stunden-Woche im RAW. am 11. Februar.
1960
Bildung einer „Betriebsakademie“ für die Erwachsenenqualifizierung. Erstmalige Durchführung der „Woche der Jugend und der Sportler“.
1967
100 Jahre RAW- Berlin. Am 14. Oktober findet die Festveranstaltung im Berliner Friedrichsstadtpalast statt. Übernahme des Namens „Franz Stenzer“.
1974
Am 4. November eröffnet der „RAW- Club“ seine Gaststätte in der Revalerstraße 9. Am 12. November wird die Trafostation 2 fertig gestellt.
1975/76
Umbau der Kantine in zwei Etappen. Einrichtung eines Selbstbedienungstraktes.
1977
Am 1. Mai tritt für 291 Werktätige die 40- bzw. 42-Stunden- Woche in Kraft. R.A.W. übernimmt die Besetzung der Kühlmaschinenzüge mit Personal.
1978
Am 30./31. Dezember führt ein plötzlicher Wintereinbruch zu Havarien in größerem Umfang.
1979
Mit dem Abriß des “Schmalen Handtuchs” beginnt das Rekonstruktionsvorhaben Fließtaktstraße.
1983
Die Belegschaft zählt 1260 Arbeiter, davon 249 Frauen.
1987
Modernisierung der 100 Jahre alten Pufferwerkstatt.
1988
Das Ambulatorium wird in eine Arzt-Sanitätsstelle umgestaltet, die Zahnarztstation geschlossen.
1989
Die Tage der Wende im November verlaufen im RAW. ruhig und friedlich. Am 31. Dezember beendet die Betriebsparteiorganisation im R.A.W. ihre Tätigkeit. Die Kampfgruppe wird aufgelöst.
1990
Im Juni beendet die Betriebsgewerkschaftsleitung ihre Tätigkeit. Der Sprecherrat der Gewerkschaft wird aktiv. Im Oktober nimmt der örtliche Personalrat seine Tätigkeit auf.
1991
Im August beträgt die Belegschaftsstärke 934 Arbeitskräfte, davon 166 Frauen. Am 31. Oktober findet die Personalversammlung auf dem Schiebebühnenfeld in Halle 2 statt: Bekanntgabe der Stilllegung des RAW. „Franz Stenzer“ im Zeitraum bis 1994/95.
1994
Stilllegung des RAW „Franz Stenzer“













